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Erste Fusionskraftwerk Deutschlands
Deutschland plant bis 2040 ein Fusionskraftwerk in Ludwigshafen mit 40 Megawatt Leistung. Das Projekt STEP soll eine Brückentechnologie zwischen Forschung und kommerzieller Energieerzeugung sein.
In einem ambitionierten Projekt will Deutschland bis 2040 das erste Fusionskraftwerk in Betrieb nehmen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben nun die ersten Details vorgestellt.
Der Standort für das Fusionskraftwerk soll Ludwigshafen sein, wo bereits eine Forschungsinfrastruktur existiert. Das Projekt mit dem Namen STEP (Steps Towards Experimental Power Plant) soll eine Brückentechnologie zwischen Forschung und kommerzieller Energieerzeugung darstellen.
Das Investitionsvolumen beträgt rund 1,2 Milliarden Euro, wobei der Großteil aus Bundesmitteln finanziert wird. Ziel ist es, eine elektrische Nennleistung von 40 Megawatt zu erreichen - genug, um rechnerisch etwa 40.000 Haushalte mit Strom zu versorgen.
Die Technologie basiert auf der Kernfusion, bei der Wasserstoffatome zu Helium verschmelzen und dabei große Energiemengen freisetzen. Anders als bei herkömmlichen Kernkraftwerken entstehen keine langlebigen radioaktiven Abfälle.
Projektleiter Professor Annika Eiben vom KIT betonte die wissenschaftliche Bedeutung: "STEP ist mehr als ein Kraftwerksprojekt. Es ist ein Meilenstein für die Energiewende und die internationale Forschungskooperation."
Das Projekt folgt einem straffen Zeitplan. Bis 2026 sollen die detaillierten Planungen abgeschlossen sein, ab 2029 beginnt der Bau der Anlage. Die ersten Fusionsreaktionen sind für 2035 vorgesehen, die kommerzielle Stromproduktion dann ab 2040.
Neben technologischen Herausforderungen müssen auch rechtliche und genehmigungsrechtliche Fragen geklärt werden. Das Bundesumweltministerium arbeitet bereits an einem speziellen Regelwerk für Fusionskraftwerke.
International steht Deutschland nicht allein. Ähnliche Projekte laufen in den USA, Großbritannien und Japan. Die Fusionsenergie gilt als vielversprechende Option für eine CO2-freie Energieversorgung der Zukunft.
Experten sehen in dem Projekt eine wichtige Entwicklung für die Energiewende. Die Technologie könnte mittelfristig einen signifikanten Beitrag zur Dekarbonisierung des Stromsektors leisten.
Quelle: www.handelsblatt.com
